Surrogat

Forschungstitel:
Identifizierung geeigneter Surrogate für Aspergillus-Spezies zur mikrobiologischen Validierung UV-basierter Entkeimungsverfahren

Arbeitsgruppe: Erhalt der Lebensmittelqualität

Forschungsstelle und wissenschaftliche Betreuung:

  1. Fraunhofer Institut für Verfahrenstechnik und Verpackung IVV, Freising

IGF-Vorhaben: 20924 N
Finanzierung: BMWi
Laufzeit: 2021 – 2022

In der Lebensmittelindustrie wird UV-Strahlung häufig zur Entkeimung von Oberflächen (z.B. Packstoffe, Maschinenteile) eingesetzt. Die mikrobiologische Validierung ist dabei ein wichtiges Werkzeug für die Quantifizierung der Inaktivierungseffizienz in der Entwicklungsphase oder der Inbetriebnahme. Dabei werden spezielle Testkeime für die Herstellung künstlich kontaminierter Probenträger eingesetzt.

Diese sollen eine hohe und definierte Resistenz gegenüber dem jeweiligen Entkeimungsagens aufweisen, leicht nachweisbar sein und keine pathogenen Eigenschaften besitzen. Zur Prüfung verschiedener Verfahren werden in VDMA-Verbandsschriften Konidiosporen von Aspergillus brasiliensis bzw. Aspergillus niger empfohlen. Deren Verwendung, insbesondere für UV-basierte Entkeimungsmethoden, ist allgemein anerkannt und in Deutschland bzw. Europa etabliert und verbreitet. A. brasiliensis ist jedoch seit 2016 in den „Techn. Regeln für Biologische Arbeitsstoffe; TRBA 460“ in Risikogruppe 2 eingestuft, was die weitere Anwendung für mikrobiologische Validierungen in der Industrie ausschließt.

In diesem Vorhaben sollen geeignete Mikroorganismen als Surrogate für Aspergillus-Spezies gefunden und durch gezielte Anzuchtbedingungen in der Resistenz beeinflusst werden, welche künftig zur Wirksamkeitsprüfung UV-basierter Entkeimungsverfahren eingesetzt werden können. Dabei muss eine Korrelation zu den bisher üblichen Stämmen unter Berücksichtigung verschiedener Prozessparameter hergestellt werden. Bei positiver Umsetzung können Aspergillen komplett durch die gefundenen Surrogate ersetzt werden. Somit dienen die Ergebnisse direkt Herstellern von UV-Strahlern bzw. hygienischen Abfüllanlagen, bei denen es sich häufig um kleine und mittelständische Betriebe handelt, sowie Endanwendern aus der Lebensmittelindustrie. Sie können durch eine verlässliche Prüfung der Entkeimungsleistung ihrer Anlagen weiterhin ein hohes Maß an Sicherheit bzw. eine konstante Lagerstabilität der verpackten Produkte garantieren können.

Das hier vorgestellte IGF-Vorhaben der Forschungsvereinigung Industrievereinigung für Lebensmitteltechnologie und Verpackung e.V. (IVLV e.V.) wird über die AiF im Rahmen des Programms zur Förderung der Industriellen Gemeinschaftsforschung (IGF) vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages gefördert.