Verpackungskarton/Geruch

Forschungstitel:
Entwicklung von Strategien zur Sicherstellung der gewünschten sensorischen Eigenschaften von Verpackungen aus Karton auf der Basis von deskriptiven und instrumentellen Geruchsanalysen

Arbeitsgruppe: Konformität von Verpackungen

Forschungsstelle und wissenschaftliche Betreuung:

  1. Fraunhofer-Istitut für Verfahrenstechnik und Verpackung (IVV), Dr. M Czerny
  2. Papiertechnische Stiftung München

IGF-Vorhaben: 425 ZN
Finanzierung: BMWi
Laufzeit: 2012-2014

Zur Überwachung der organoleptischen Eigenschaften ihrer Produkte gibt die Lebensmittelindustrie zunehmend höhere Standards vor. Schon sehr kleine Geruchs- und Geschmacksabweichungen können durch sehr effektive sensorische Prüfverfahren erkannt, aber nur gelegentlich möglichen Verursachern zugeordnet werden. Verpackungsmaterialien stehen häufig im Verdacht Veränderungen in den organoleptischen Eigenschaften von Lebensmitteln auszulösen und sind damit Gegenstand zahlreicher Reklamationen. Verglichen mit anderen Verpackungsmaterialien besitzt Karton ebenso wie Papier bezüglich der organoleptischen Eigenschaften einige Nachteile:

  • Papier und Karton sind hauptsächlich aus natürlichen Faserstoffen aufgebaut und besitzen daher immer einen kleinen, in der Regel aber als nicht unangenehm empfundenen Eigengeruch.
  • Zellstoff- und Holzstofffasern sind ein guter Nährboden für Mikroorganismen, die Gerüche während der Produktion und Lagerung erzeugen können.
  • Die Fasern adsorbieren sehr gut niedermolekulare organische Stoffe wie beispielsweise Lösemittel und geben sie nur langsam wieder ab.
  • Die momentan bei Herstellern und Verarbeitern von Verpackungskartons angewendeten Qualitätssicherungsmaßnahmen sind verbesserungswürdig und bieten zudem keine ausreichende Basis für eine zielgerichtete Optimierung. Um in Zukunft Reklamationen zu vermeiden und die sensorischen Verpackungseigenschaften einer effektiven Qualitätssicherung zu unterwerfen, müssen aktuelle Verfahren der Lebensmittelsensorik und –analytik angewendet, dort aber den vorhandenen Möglichkeiten angepasst werden.

Das Projekt verfolgt folgende Ziele:

  • Identifizierung der geruchsverursachenden Verbindungen (Leitsubstanzen) in Verpackungsprodukten aus Karton.
  • Entwicklung eines sensorischen Prüfverfahrens für die Kartonindustrie, um den gesteigerten Anforderungen der Lebensmittelindustrie gerecht zu werden.
  • Verbesserung der Aussagekraft von sensorischen Prüfungen an Verpackungen aus Karton insbesondere im Hinblick auf Einflüsse von Roh-stoffen, Hilfs- und Veredlungsmitteln, Lacken und Druckfarben.
  • Entwicklung einer analytischen Schnellmethode zur Detektion der Leitsubstanzen.
  • Schnelle Zuordnung der Geruchskomponenten zu deren Verursachern.
  • Zuordnung von Geruchseindrücken zu Leitsubstanzen.
  • Verbesserung der Qualitätssicherung und –optimierung von Karton bezüglich sensorischer Eigenschaften.

Eine Nutzung der Forschungsergebnisse ist entlang der gesamten Wertschöpfungskette von der Kartonherstellung bis zum fertigen verpackten Lebensmittelprodukt möglich. In wirtschaftlicher Hinsicht sind folgende Ergebnisse zu erwarten:

  • Verhinderung von Schäden und Reklamationen durch zu starke Geruchs- und Geschmacksbeeinflussung von Lebensmittel.
  • Sicherung von Karton als Verpackungsmaterial für Lebensmittel durch verbesserte organoleptische Eigenschaften unter besonderer Berücksichtigung sekundärfaserstoffhaltiger Kartonsorten.

Projektberichte

Sitzungsunterlagen

Das hier vorgestellte IGF-Vorhaben der Forschungsvereinigung Industrievereinigung für Lebensmitteltechnologie und Verpackung e.V. (IVLV e.V.) wird über die AiF im Rahmen des Programms zur Förderung der Industriellen Gemeinschaftsforschung (IGF) vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages gefördert.