ReguPack

Forschungstitel:
Neuartige feuchteregulierende Kunststoff-Verpackungen – mit deliqueszenten Salzen in der Polymermatrix – zur Verhinderung von Kondensat am Beispiel nässeempfindlicher Champignons und Erdbeeren

Arbeitsgruppe: Verpackungsmaterialien

Forschungsstelle und wissenschaftliche Betreuung:

  1. Fraunhofer-Institut für Verfahrenstechnik und Verpackung IVV; Sven Sängerlaub
  2. Leibniz-Institut Agrartechnik, Potsdam; M. Linke

IGF-Vorhaben: 17609 N
Finanzierung: BMWi
Laufzeit: 2012-2015

In internationalen Studien wurde festgestellt, dass bis zu einem Drittel der Agrarprodukte durch unsachgemäße Handhabung nach der Ernte bereits verderben, bevor sie den Verbraucher erreichen. Beim Verbraucher kommt es zu weiteren Verlusten. Eine bedeutende Ursache ist die hohe relative Luftfeuchte und die Kondenswasserbildung in den Packungen. Diese entsteht bei Frischeprodukten durch Atmungs- und Transpirationsprozesse und induziert einen erhöhten mikrobiellen Verderb. Wünschenswert ist eine Verpackung, welche die Bildung von Kondensat verhindert bzw. auf dem Produkt oder der Verpackung gebildetes Kondensat aktiv absorbiert ohne allerdings die verpackten Güter auszutrocknen.

Das Projekt ReguPack fokussiert auf die Entwicklung feuchteregulierender Verpackungen am Beispiel besonders schnell verderbender Produkte wie Beerenobst und Pilze. Diese hochpreisigen Produkte sind besonders nässeempfindlich und dadurch nur wenige Tage haltbar. Eine Verlängerung ihrer Haltbarkeit ist sowohl für den Handel als auch für den Verbraucher lohnend.

Zur Regulierung der Feuchte werden direkt in das Verpackungsmaterial toxikologisch unbedenkliche, deliqueszente Salze eingearbeitet. Sie absorbieren Wasser, das in der Packung entsteht. Für Champignons und Erdbeeren ist eine relative Feuchte von 90 % bis 95 % optimal. Um die relative Feuchte in der Verpackung in einem definierten Bereich zu halten, wird die Auswahl der Salze angepasst. Zur Einstellung der Kapazität und Kinetik können verschiedene Parameter variiert werden wie z. B. Konzentration, Korngröße, die Polymermatrix oder verfahrenstechnische Prozessschritte bei der Herstellung des Verpackungsmaterials.

Das Projekt wird in enger Zusammenarbeit des Fraunhofer-Instituts für Verfahrenstechnik und Verpackung IVV mit seiner Kompetenz im Verpackungsbereich und dem Leibniz-Institut für Agrartechnik Potsdam-Bornim e.V. (ATB) mit seiner Expertise im Bereich Frischeprodukte bearbeitet.

Mit der Entwicklung eines neuartigen feuchteregulierenden Verpackungsmaterials, das bisher noch nicht auf dem Markt vorhanden ist, soll die Konkurrenzfähigkeit von klein- und mittelständischen Verpackungsunternehmen (KMUs) gestärkt werden, indem sie die Möglichkeit erhalten, Nischenmärkte mit speziell angepassten Lösungen zu bedienen.

Projektberichte

Sitzungsunterlagen

Das hier vorgestellte IGF-Vorhaben der Forschungsvereinigung Industrievereinigung für Lebensmitteltechnologie und Verpackung e.V. (IVLV e.V.) wird über die AiF im Rahmen des Programms zur Förderung der Industriellen Gemeinschaftsforschung (IGF) vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages gefördert.