Pulsierende Sprühreinigung

Forschungstitel:
Erhöhung der Reinigungseffizienz durch pulsierende Sprühreinigung

Arbeitsgruppe: Hygienegerechte Produktion

Forschungsstelle und wissenschaftliche Betreuung:
Fraunhofer-Institut für Verpackungsmaschinen und Verpackungstechnik (AVV), Hr. M. Mauermann

Finanzierung: IVLV
Laufzeit: 2011

Die Reinigbarkeit von Maschinen und Anlagen ist durch DIN EN 1672:2009 ein verbindlich gefordertes Qualitätsmerkmal, ohne dessen Erfüllung ein Einsatz im Bereich der Lebensmittelherstellung nicht möglich ist. Diese Forderung besteht seit langem, wird aber durch Inkrafttreten der überarbeiteten Richtlinie seit dem 29.12.2009 erheblich verschärft.

Der Einsatz automatischer Sprühreinigungssyteme stellt in offenen Prozessschritten eine zunehmend genutzte Möglichkeit dar, dieser Forderung nachzukommen. Angewandt werden diese Systeme sowohl bei der Tank- und Behälterreinigung mit einer geringen Anzahl an Sprühdüsen als auch bei der Reinigung komplexer Verarbeitungsanlagen mit bis zu hundert Düsen. Es werden dabei sowohl statische als auch dynamische (rotierende) Düsen eingesetzt. Ein Ausfall (Verhinderung der Rotation) kann bei dynamischen Düsen nicht ohne zusätzliche Sensortechnik erfasst werden. Ein unbemerkt unzureichendes Reinigungsergebnis wäre die Folge. Zahlreiche Anlagenbauer und Lebensmittelhersteller verzichten daher bewusst auf den Einsatz rotierender Düsen. Statische Düsen werden während der Reinigung permanent mit dem Reinigungsmedium beaufschlagt, in der Annahme damit ein gutes Reinigungsergebnis zu erzielen. Mit dem Einsatz kontinuierlich sprühender, statischer Sprühdüsen geht ein hoher Verbrauch an Ressourcen in Form von Wasser, Reinigungsmitteln, Energie und Zeit einher. Weiterhin dürfen die Aufwendungen zur Entsorgung der verbrauchten Reinigungsmedien nicht außer Acht gelassen werden.

Voruntersuchungen, die für einen Impuls-Pause-Betrieb von Reinigungsdüsen sprechen, geben Anlass, die Methode der pulsierenden Sprühreinigung eingehender zu untersuchen. Ziel der Forschungsarbeit ist es, die Reinigungseffizienz in offenen Systemen durch den Einsatz einer neuen Wirkmethode – der pulsierenden Sprühreinigung – zu erhöhen. Dazu sollen in diesem Forschungsprojekt erste wichtige Fragestellungen wie die Identifikation der relevanten Verfahrensparameter und die Bestimmung des möglichen Einsparpotentials untersucht werden.

Zu den angestrebten wirtschaftlichen Ergebnissen zählen die Reduzierung der Reinigungsaufwendungen in Form von u. a. Wasser, Reinigungsmitteln, Energie und/oder Zeit.

Das in mehrere Abschnitte unterteilte Forschungsvorhaben hat bereits das Interesse zahlreicher Unternehmen geweckt. Die zu untersuchende effizientere Reinigungsmethode von offenen Lebensmittelverarbeitungsmaschinen liegt zum einen im Fokus von Unternehmen des Maschinen- und Anlagenbaus. Die geplanten Projektergebnisse unterstützen die KMU maßgeblich bei der Entwicklung der Anlagen, insbesondere bei der Auslegung zum Betrieb der Reinigungssysteme. Zum anderen profitieren die verarbeitenden Unternehmen indirekt von den umgesetzten Ergebnissen durch eine Senkung ihrer Reinigungskosten. Neben finanziellen Einsparungen lässt sich auch eine Erhöhung der Lebensmittelsicherheit durch die verbesserte Reinigungsmethode in Aussicht stellen.

Projektbericht

Aktuelle Termine zu diesem Projekt

04. / 05.11.2020