Exposition

Forschungstitel:
Machbarkeitsstudie für ein neues Bewertungsverfahren von migrierfähigen packstofkomponenten hinsichtlich der Verbraucherexposition am Beispiel von PET-Getränkeflaschen

Arbeitsgruppe: Konformität von Verpackungen

IVLV Projektteamsprecher: Dr. H. Onusseit/Henkel
Auftragnehmer: FABES, München/Fraunhofer IVV, Freising
Wissenschaftliche Projektbetreuung: Dr. R. Brandsch/Dr. R. Franz

Finanzierung: Bayerisches Staatsmin. für Wirtschaft, Verkehr und Technologie/FoGe
Laufzeit: 2006 – 2007

Die Exposition des Verbrauchers durch Packstoffkomponenten über die Nahrung ist ein wichtiger Teilaspekt der heute mehr denn je auf Gesundheit ausgerichteten Verbraucherschutzpolitik. In Zukunft wird die Industrie im Zusammenhang mit dem Ausbau des EU-Regelwerks sehr viel stärker dazu verpflichtet werden, auf der Basis von Migrationswerten (möglichst realistische) Expositionsbewertungen vorzunehmen und dies weitgehend in eigener Verantwortung.

Die Exposition des Verbrauchers bezieht sich immer auf eine bestimmte chemische Spezies (oder Gruppen), die aus den Packstoffen der verzehrten Lebensmittel in die tägliche Nahrung übergeht und von dem Verbraucher aufgenommen wird. Die tägliche Exposition des Verbrauchers (Exp) mit einer chemischen Spezies (SM) pro Körpergewicht (BW) und Tag lässt sich entsprechend mit dem folgenden mathematischen Zusammenhang ausdrücken: Exp=SUM[Food*SM]/[BW]

Dabei ermittelt sich die Gesamtmenge der betrachteten chemischen Spezies aus der Summe der pro Tag verzehrten Lebensmittel mit den darin enthaltenen Einzelmengen (SM).

Ziel des Projektes ist es, am ausgewählten Beispiel der PET-Getränkeflasche Informationen über die Art und Häufigkeit von eingefüllten Produkten zu erheben und über diese Daten im Verbund mit Informationen zum Gesamtverzehrsverhalten des Verbrauchers eine Methodik zu etablieren, die als Basis für eine weitergehende und allgemein anwendbare Expositionsabschätzung für Packstoffkomponenten dienen soll. Als Leitsubstanzen werden drei typische PET-Inhaltstoffe selektiert, die stellvertretend für drei verschiedene generell zu beobachtende Migranten stehen: Rest-Monomer wie z.B. MEG/DEG, Acetaldehyd-Quencher, Antimonoxyd und PET-relevante Substanz (noch) unbekannter Natur.

Die neue Methodik soll es den Packstoffherstellern und Prüfinstituten ermöglichen eine Expositionsabschätzung bezüglich der zulässigen, aber nicht positiv gelisteten Rohstoffbestandteile wie zum Beispiel, Oligomere, Abbauprodukte, Verunreinigungen oder noch nicht zugelassene Rohstoffe, etc. durchzuführen.

Der Ansatz, eine Migrationsabschätzung auf der Grundlage stochastischer Einflussgrößen durchzuführen ist neu und in der wissenschaftlichen Literatur noch nicht beschrieben. Ebenso neu ist der Ansatz ein stochastisches Expositionsmodell zur Abschätzung der Verbraucherexposition zu entwickeln, welches die Migrationsabschätzung mit der Kenntnis über die Packstoff/Lebensmittel Verteilungen verknüpft.