Forschungstitel:
Entwicklung von Verarbeitungstechnologien zur Aufwertung von Getreidekleie für die Anwendung in feinen Backwaren
Arbeitsgruppe: Pflanzliche Lebensmittel
Forschungsstelle und wissenschaftliche Betreuung:
IGF-Vorhaben: 01IF00435C
Finanzierung: BMWE
Laufzeit: 2026 – 2027
Jährlich fallen in der Müllereiindustrie riesige Mengen an Getreidekleie an. Obwohl Getreidekleie aufgrund ihres hohen Ballaststoffgehalts in der Literatur mit einer vorteiligen Wirkung zur Prävention von Fettleibigkeit und/oder Typ-2-Diabetes beschrieben wird, geht ihr Einsatz für Lebensmittel-anwendungen mit technologischen Herausforderungen einher. Diese beinhalten u.a. die Handhabung und Verarbeitbarkeit, die Lebensmittelsicherheit und rechtliche Aspekte.
Das Ziel von Bran4Food ist es, Getreidekleie so aufzuwerten, dass gesunde und sichere Inhaltsstoffe gewonnen werden, die zur Ballaststoffanreicherung in Lebensmitteln verwendet werden können. In WP 1 wird ein Screening von Getreidekleie durchgeführt, die von deutschen und brasilianischen Mühlenbetrieben zur Verfügung gestellt wird. Analysiert werden die Zusammensetzung hinsichtlich Mikro- und Makronährstoffen, Toxine als auch das Fermentationspotenzial und die techno-funktionellen Eigenschaften.
Da Getreidekleie im Stärkegehalt variieren kann, ist eine Standardisierung durch Stärkeabtrennung unerlässlich (WP 2), bevor eine Funktionalisierung durchgeführt werden kann. In WP 3 kommen physikalische (z.B. Extrusion, Mikronisierung, Mikrowellentechnologie) und biologische Verfahren (Fermentation) zur Funktionalisierung von Getreidekleie zum Einsatz. Dabei sollten die Verarbeitungsstrategien idealerweise den Abbau von unlöslichen zu löslichen Ballaststoffen unterstützen.
Das Anwendungspotenzial von funktionalisierter Getreidekleie wird für feine Backwaren, Frühstückscerealien und Snacks untersucht (WP 4). Während des gesamten Projekts werden die Massenströme und Verarbeitungskosten überwacht, um schließlich die wirtschaftliche Machbarkeit zu bewerten (WP 5). Bran4Food wird den Rahmen für KMUs setzen, durch innovative Verfahren Getreidekleie als nachhaltige Zutat zu funktionalisieren, um einen Wettbewerbsvorteil in den Marktsegmenten für gesunde Feine Backwaren, Frühstückscerealien und Snacks zu realisieren.

Das hier vorgestellte IGF-Vorhaben wird im Rahmen des Programms „Industrielle Gemeinschaftsforschung (IGF)“ durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages gefördert.