Forschungstitel:
Identifizierung chemisch-physikalischer Eigenschaften von Verschmutzungen zur strukturbasierten Reinigungsoptimierung in der Lebensmittelindustrie 2
Arbeitsgruppe: Hygienegerechte Produktion
Forschungsstelle und wissenschaftliche Betreuung:
IGF-Vorhaben: 20861 BR
Finanzierung: BMWK
Laufzeit: 2020 – 2023
Ziel des Forschungsvorhabens ist es, die Einflüsse chemisch-physikalischer Eigenschaften einzelner Schmutzbestand-teile auf das Reinigungsverhalten komplexer Verschmutzungen zu identifizieren.
Im Vorläufer-Projekt Schmutzstrukturbasierte Reinigungsoptimierung IGF 19640 BR wurden dazu bereits Stärken unterschiedlicher botanischer Herkunft und Modifikation chemisch sowie physikalisch analysiert. Mittels multivariater Statistik wurde geprüft, welche ihrer Eigenschaften in Bezug auf das Reinigungsverhalten bei drei industriellen Nassreinigungsverfahren (Zielstrahl-, Fallfilm-, Rohrreinigung) relevant sind.
Im laufenden IGF-Vorhaben werden die angewandten Methoden gezielt auf komplex zusammengesetzte Verschmutzungen aus verschiedenen Kohlenhydraten und einem Molkenprotein übertragen. Das Reinigungsverhalten der ausgewählten Verschmutzungen wird in einer ebenen Kanalströmung bei variierter Reinigungsflüssigkeit erfasst und der Reinigungserfolg in den unterschiedlichen Reinigungsphasen ermittelt.
Die Abschätzung des Reinigungsverhaltens, ausgehend von der individuellen Schmutzzusammensetzung, ermöglicht eine Senkung des Ressourcenverbrauchs sowie von Reinigungskosten und –zeit. Hierzu wird dem industriellen Anwenderkreis ein Entscheidungsbaum zur Verfügung gestellt, der eine schmutzspezifische Anpassung von Reinigungsprozessen erlaubt und die komplexen Wirkzusammenhänge in ein anwendungsnahes und erweiterbares Format überträgt.
Das hier vorgestellte IGF-Vorhaben wird im Rahmen des Programms „Industrielle Gemeinschaftsforschung (IGF)“ durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages gefördert.