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Recyclinggerechte Verpackung

Forschungstitel:
Systematische Untersuchung der Trennung der Komponenten von Barriere-Verpackungen zur werkstofflichen Verwertung hinsichtlich der Erfüllung der geforderten Recycling-Quoten

Arbeitsgruppe: Verpackungsmaterialien

Forschungsstelle und wissenschaftliche Betreuung:
Fraunhofer-Institut für Verfahrenstechnik und Verpackung IVV, Martin Schlummer

IGF-Vorhaben: 20082
Finanzierung: BMWi
Laufzeit: 2018 – 2019

Verbundpackstoffe sind ein wichtiges Konzept, um empfindliche Lebensmittel, Kosmetika oder technische Produkte über lange Zeit zu schützen. Das gegenwärtige Wirtschaftssystem für Lebensmittel wäre ohne diese Materialien nicht denkbar, da sie sowohl lange Lagerzeiten als auch weite Transportwege ermöglichen. Verbundpackstoffe basieren auf der Kombination der positiven Eigenschaften verschiedener Materialien, oft in einem Schichtaufbau.
Diese Kombination unterschiedlicher Materialien erschwert allerdings die Verwertung der Verpackungen. Polymerbasierte Verbundpackstoffe werden daher im Recycling-Prozess von Post-Consumer-Verpackungsabfällen in erster Linie Fraktionen zugeführt, die energetisch Verwertung finden. Zudem findet eine Kontamination von stofflich zu verwertenden Fraktionen durch Verbundverpackungen statt. Aus diesen müssen sie in einem weiteren Sortierschritt abgetrennt und anschließend ebenfalls energetisch verwertet werden. Kann die Verbundverpackung bzw. die Verbundbestandteile nicht in ausreichendem Maß abgetrennt werden, ist mit einer Verminderung der Rezyklatqualität zu rechnen.
Das im Mai 2017 verabschiedete und 2019 in Kraft tretende Verpackungsgesetz setzt Abgaben für das in Verkehr bringen von nicht-recyclebaren Verpackungen sowie eine Quotenvorgabe von 63% (ab 2022) für das werkstoffliche Recycling von Kunststoffen an. Um die aktuell 45% (Stand 2015) auf 63% steigern zu können, sind neue Technologien und Innovationen notwendig, sowohl in Bezug auf den Aufbau von Multilayer-Verpackungen als auch im Hinblick auf geeignete Recycling-Technologien. Da der Anteil an Verbundverpackungen stetig zunimmt, stellt deren Recycling, neben Innovationen in der Sortier- und Anlagentechnik, eine Stellschraube zur Erfüllung der geforderten Quoten dar. Das im April 2018 gestartete AiF-Projekt zielt darauf ab, eine gezielte Auftrennung marktrelevanter Verbundaufbauten zu bewirken, um eine anschließende werkstoffliche Verwertung der Bestandteile zu ermöglichen. Hierzu werden in Absprache mit Packmittelherstellern repräsentative Verbundaufbauten ausgewählt und gezielt durch Verwendung von Lösemitteln zur Delamination gebracht. Das Vorgehen beinhaltet zunächst eine Materialscreening-Phase, in welcher zum einen potentielle Zwischenschichten (v.a. Kaschierklebstoffe) ermittelt und zum anderen gezielt das Löse- und Quellverhalten dieser und anderer häufiger Materialschichten (z.B. EVOH) untersucht wird. Die Durchführung des Projektes erfolgt zunächst durch eine Erprobung der Methoden im Labormaßstab und anschließend eine Umsetzung im kleintechnischen Maßstab.

Berichte

Sitzungsunterlagen

Das hier vorgestellte IGF-Vorhaben der Forschungsvereinigung Industrievereinigung für Lebensmitteltechnologie und Verpackung e.V. (IVLV e.V.) wird über die AiF im Rahmen des Programms zur Förderung der Industriellen Gemeinschaftsforschung (IGF) vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages gefördert.