PADS

Forschungstitel:
Grüne, faserbasierte Verpackungen mit Fokus auf multifunktionale Einlagen mit Feuchtemanagement-Funktion und Aromafreigabe für die Zubereitung in der Mikrowelle und Ofen

Arbeitsgruppe: Verpackungsmaterialien

Forschungsstelle und wissenschaftliche Betreuung:

  1. Fraunhofer-Institut für Verfahrenstechnik und Verpackung IVV; Hr. Sven Sängerlaub

IGF-Vorhaben: 167 EN
Finanzierung: BMWi
Laufzeit: 2016-2018

Die Lebensmittelindustrie ist einem hohen Wettbewerbsdruck ausgesetzt. Mit der steigenden Nachfrage nach Convenience-Produkten rückt immer mehr die Nachfrage nach neuen Verpackungskonzepten in den Vordergrund. Aktuelle Themen sind beispielsweise Verpackungskonzepte in welchen Fertiggerichte erhitzt / zubereitet werden können, sowohl im Ofen oder auch in der Mikrowelle. Ein weiterer kritischer Punkt ist sehr oft das Feuchtigkeitsmanagement innerhalb der Verpackungen. Kleine und mittlere Unternehmen (KMU) verfügen häufig nicht über die Forschungs- und Entwicklungskapazitäten, um mit den großen Lebensmittel- und Verpackungsunternehmen zu diesen Themen Schritt zu halten. Daher sollen in diesem öffentlich geförderten Projekt innovative Lösungen, gemeinsam mit Unternehmen, entwickelt und erforscht werden.
Folgende Projektziele werden im Rahmen der Forschungsarbeiten adressiert:

  1. Bisher am Markt verfügbaren Verpackungen für den Ofen oder die Mikrowelle fehlt eine Funktion für ein Feuchtigkeitsmanagement. Flüssiges Wasser ermöglicht das Wachstum von Mikroben und verschlechtert die mechanische Stabilität von faserbasierten Schalen. Insbesondere für vorgekochte, gekühlte und gefrorene Produkte besteht ein Bedarf an Verpackungen, die die relative Luftfeuchtigkeit regulieren sowie überschüssiges kondensiertes Wasser während des Erwärmens absorbieren, ohne das Produkt auszutrocknen. Feuchte-regulierende und Öl-absorbierende Pads werden aus modifizierten Fasern und weiteren Nebenprodukten der Lebensmittelindustrie in PADS entwickelt.
  2. Die Verbraucher fordern nachhaltige Lebensmittelverpackungen. Deshalb soll das neue Verpackungskonzept aus einer faserbasierten Schale aufgebaut werden. Als Rohstoffe für das absorbierende Pad werden modifizierte Fasern und weitere Stoffe aus Nebenprodukten der Lebensmittelherstellung genutzt. Die Folie zum Verschließen der Schalen wird aus marktverfügbaren Biopolymeren realisiert. Relevante Lebensmittel sind Bio-Produkte und Convenience-Zubereitungen.
  3. Die Verpackung soll den Qualitätserhalt des Produktes gewährleisten, auch bei einer Erhitzung in der Verpackung. Deshalb wird an gezielter Aromafreigabe während der Speisenzubereitung geforscht und es werden damit mögliche Wege aufgezeigt, um das Aromaprofil der Speisen zu erhalten bzw. zu verbessern.
  4. Die Lebensmittelkontaktseite der Verpackung besteht aus einer marktverfügbaren Suszeptorfolie für eine optimale Mikrowellenübertragung, um ein gezieltes Grillen oder Braten zu ermöglichen. Außerdem kann sich durch den Einsatz einer Suszeptorfolie die Zubereitungszeit verkürzen lassen.
  5. Auch wird die lebensmittelrechtliche Konformität des neuen Verpackungskonzeptes evaluiert, insbesondere um die Mikrowellentauglichkeit abzusichern. Entsprechende Daten werden erhoben, um für mögliche Anwendungen einen Entscheidungsprozess für KMUs zu erleichtern.
    Zusammen mit dem Projektbegleitenden Ausschuss werden zwei beispielhafte Produkte ausgewählt, für welche die Gestaltung der unterschiedlichen Komponenten in einem Verpackungskonzept durchgeführt wird.
    Das CorNet Projekt PADS wird zusammen mit dem Institut CELABOR aus der Wallonie durchgeführt. Die am Projekt teilnehmenden Länder fokussieren sich inhaltlich auf spezielle Teilbereiche, die entsprechend ausgetauscht und den nationalen Partnern zur Verfügung gestellt werden. Durch wird die Kooperation zwischen wallonischen Firmen und deutschen Firmen gefördert.
Artikel in den IVLV Nachrichten! 1-2017

Projektberichte

Sitzungsunterlagen

Das hier vorgestellte IGF-Vorhaben der Forschungsvereinigung Industrievereinigung für Lebensmitteltechnologie und Verpackung e.V. (IVLV e.V.) wird über die AiF im Rahmen des Programms zur Förderung der Industriellen Gemeinschaftsforschung (IGF) vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages gefördert.