Stabilität PAA

Forschungstitel:
Untersuchung der Stabilität von primären aromatischen Aminen unter verschiedenen Lager- und Migrationsbedingungen

Arbeitsgruppe: Konformität von Verpackungen

Forschungsstelle und wissenschaftliche Betreuung:

  1. Fraunhofer-Institut für Verfahrenstechnik und Verpackung IVV Freising, Dr. Maria Hoppe, Petra Schmidt, Carina Stärker

Finanzierung: IVLV e. V.
Laufzeit: 2021

Primäre aromatische Amine (PAA) können in Lebensmittelbedarfsgegenständen z.B. als Restedukte oder Nebenprodukte aus der Synthese von Azofarbstoffen und anderen Pigmenten enthalten sein. Sie können auch durch Hydrolyse nicht abreagierter Isocyanate in wässrigen Lebensmitteln bzw. Lebensmittelsimulanzien aus nicht vollständig ausgehärteten PU-Klebstoffen oder sonstigen Polyurethanen entstehen. Damit können diese Substanzen bei Lebensmittelkontaktanwendungen aus dem Bedarfsgegenstand in das Lebensmittel übergehen.

Primäre aromatische Amine stehen aufgrund ihrer toxikologischen Eigenschaften im Fokus der Öffentlichkeit. Die Stoffübergänge aus Bedarfsgegenständen in damit in Kontakt stehende Lebensmittel unterliegen daher einer Risikobewertung. Für Materialien und Gegenstände aus Kunststoff, die dazu bestimmt sind, mit Lebensmitteln in Berührung zu kommen, gelten die Anforderungen der europäischen Kunststoffverordnung (EU) Nr. 10/2011. Die Beschränkungen im Hinblick auf den Übergang primärerer aromatischer Amine wurden mit der aktuellen Änderungsverordnung (EU) 2020/1245 verschärft. Die Migration der primären aromatischen Amine, die in Anhang XVII Anlage 8 zu Eintrag 43 der Verordnung (EG) Nr. 1907/2006 aufgeführt sind, dürfen bei einer Nachweisgrenze von 0,002 mg/kg Lebensmittel(simulanz) je einzelnem primärem aromatischem Amin nicht nachweisbar sein. Für alle anderen primären aromatischen Amine darf die Summe 0,01 mg/kg im Lebensmittel(simulanz) nicht überschreiten.

Der mögliche Übergang von primären aromatischen Aminen in Lebensmittel wird anhand von Migrationsprüfungen unter Verwendung von Lebensmittelsimulanzien bewertet. Die Prüfung erfolgt in der Regel in wässrig-sauren Lebensmittelsimulanzien unter Anwendung der in der Verordnung (EU) Nr. 10/2011 festgelegten Migrationsbedingungen. Interne Studien haben gezeigt, dass bestimmte primäre aromatische Amine im Lebensmittelsimulanz unter Migrationsbedingungen nicht stabil sind. Damit kann es zu einem Unterbefund kommen und Lebensmittelbedarfsgegenstände werden möglicherweise als konform bewertet, obwohl eine Migration von primären aromatischen Aminen in das tatsächliche Lebensmittel nicht ausgeschlossen werden kann. Im Rahmen des Projektes sollen daher systematisch die Stabilitäten ausgewählter primärer aromatischer Amine unter unterschiedlichen Migrations- bzw. Lagerbedingungen untersucht werden. Die Forschungsergebnisse dienen der Optimierung von Migrationsprüfungen in Lebensmittelsimulanzien in Bezug auf eine realistische Darstellung und Bewertung der Migration von primären aromatischen Aminen.

Aktuelle Termine zu diesem Projekt

19. / 20.10.2021