NIAS aus Antioxidantien

Forschungstitel:
NIAS aus Antioxidantien – Bildung von Abbauprodukten im Polymer und bei der Migrationsprüfung

Arbeitsgruppe: Konformität von Verpackungen

Forschungsstelle und wissenschaftliche Betreuung:
Fraunhofer-Institut für Verfahrenstechnik und Verpackung IVV, Carina Gehring, Petra Schmid

Finanzierung: IVLV
Laufzeit: 2018

Antioxidationsmittel werden in Polymermaterialien eingesetzt, um diese während ihrer gesamten Lebensdauer vor oxidationsbedingtem Abbau (Autoxidation) zu schützen. Dabei werden die Antioxidantien selbst oxidiert bzw. fangen im Polymer gebildete Radikale ab und können dabei auch kleinere Moleküle als Abbauprodukte abspalten. Ein mit Antioxidantien additiviertes Kunststoffmaterial kann somit neben intakten Antioxidationsmitteln auch deren Stoffumwandlungs- bzw. Abbauprodukte enthalten, die während des Herstellungsprozesses, der Veredelung oder der Lagerung gebildet werden können.

Für Antioxidantien in Lebensmittelkontaktkunststoffen gelten die Anforderungen der europäischen Kunststoffverordnung (EU) Nr. 10/2011. Abbauprodukte eingesetzter Antioxidationsmittel sind als unbeabsichtigt eingebrachte Stoffe (Non-intentionally added substances – „NIAS“) zu klassifizieren und können, wie auch die intakte Muttersubstanz, im Lebensmittelkontakt potentiell auf das Lebensmittel übergehen. Neben einer Bildung im Polymer kann ein Abbau von Antioxidantien auch während der Migrationsprüfung in Lebensmittelsimulanzien oder im Lebensmittel selbst stattfinden. Werden Abbauprodukte von Antioxidantien zusätzlich zu den bereits im Polymer enthaltenen in den zur Migrationsprüfung verwendeten Lebensmittelsimulanzien gebildet, nicht aber im Lebensmittel selbst, führt dies zu einer falschen Darstellung der Migration von NIAS und es besteht die Gefahr, Materialien oder Artikel aufgrund der im Migrat detektierten NIAS als nicht-konform zu diskriminieren. Zum anderen besteht aber auch die Gefahr, dass die Migrationsprüfung mit Simulanzien durch Abbauprozesse während dem Migrationskontakt die tatsächliche Migration in Lebensmittel unterschätzt.

Daher soll untersucht werden, inwieweit Abbauprodukte von Antioxidantien bereits bedingt durch die Herstellung / Lagerung als potentielle Migranten im Polymer enthalten sind bzw. inwieweit der Abbau von Antioxidantien durch die verwendeten Migrationsbedingungen in Lebensmittelsimulanzien bewirkt wird.

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