Forschung Projektdatenbank Konformität von Verpackungen Minimierung der Mineralölmigration

Minimierung der Mineralölmigration

Forschungstitel:
Messung und Vorhersage der Migration von Mineralölkomponenten (MOH) aus Verpackungen in Lebensmittel als Beitrag zur Minimierung der Kontamination

Arbeitsgruppe: Konformität von Verpackungen

Forschungsstelle und wissenschaftliche Betreuung:

  1. Fraunhofer-Institut für Verfahrenstechnik und Verpackung IVV; Dr. Roland Franz / Dipl.-Ing. (FH) Ludwig Gruber
  2. TU München, Lehrstuhl für Systemverfahrenstechnik; Prof. Dr-Ing. Heiko Briesen

IGF-Vorhaben: 19016 N
Finanzierung: BMWi
Laufzeit: 2015-2017

Mineralölkomponenten wie MOSH (mineral oil saturated hydrocarbons) und MOAH (mineral oil aromatic hydrocarbons) gelangen insbesondere durch mineralölhaltige Druckfarben aus dem Zeitungsdruck in den Papierrecyclingprozess und können dann aus altpapierhaltigen Verpackungen in Lebensmittel übergehen. Der Übergang insbesondere der MOAH-Fraktion sollte nach Einschätzung des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) gänzlich vermieden werden, weil davon auszugehen ist, dass diese Fraktion krebserregende Verbindungen enthält. MOSH und MOAH sind Substanzgemische nicht genau bekannter Zusammensetzung, so dass die Analytik schwierig ist und herkömmliche Ansätze zur Vorhersage der Migrationsvorgänge zu ungenau sind.

Die Lebensmittelauswahl innerhalb des Projekts richtet sich nach dem Ziel, durch Blick auf die Phasenzusammensetzung der Lebensmittel eine breite Übertragbarkeit der Ergebnisse zu erreichen: Fest/Gasförmig (Beispiel: Kekse und Knabberartikel), Fest/Flüssig (Schokolade), Fest/Flüssig/Gasförmig (aufgeschäumte Schokolade), Fest/Flüssig/Gasförmig mit variierender Oberfläche (Nüsse: ganz, gehackt, gemahlen). Die Beschreibung des adäquaten Einsatzes von Lebensmittelsimulantien ist ebenfalls Teil des Leitfadens.

Das Projekt erweitert vorhandene Migrationsmodelle, da das geplante Vorhersage­modell die „integrale Belastung“ nach einer bestimmten Zeit auf Basis der Ausgangsbedin­gungen (Ausgangskontamination der Verpackung, Art der Verpackung, Lagerzeit und -tem­peraturen) unter Berücksichtigung der Struktur und Zusammensetzung des Lebensmittels vorhersagt. Vorhandene physikalisch-chemische Daten werden integriert und vorhan­dene Wissenslücken bei Verpackungen werden durch Messung geschlossen.

Die Ergebnisse des Projekts sollen für die Unternehmen systematisch und in praxistauglicher Form als „Leitlinien zur Minimierung der Mineralölmigration“ zusammengefasst werden, um bereits eingesetzte Verpackungslösungen bezüglich MOH auf Lebensmittelkonformität zu bewerten. Es beantwortet die Frage der Unternehmen, welche Minimierungsmaßnahmen für MOH durch neue Verpackungslösungen (Barriereschichten, Innenbeutel, Adsorberlösungen oder Frischfaserverpackungen) erforderlich sind.

Berichte

Sitzungsunterlagen

Das hier vorgestellte IGF-Vorhaben wird über die AiF im Rahmen des Programms zur Förderung der Industriellen Gemeinschaftsforschung (IGF) vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages gefördert.

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