Migration aus Papier und Pappe

Forschungstitel:
Migration aus Papier & Pappe: Vergleich zwischen Lösemittelextrakt bzw. Tenaxmigration mit Migration in reale Lebensmittel

Arbeitsgruppe: Konformität von Verpackungen

Forschungsstelle und wissenschaftliche Betreuung:

  1. Fraunhofer-Institut für Verfahrenstechnik und Verpackung IVV Freising, Dr. Angela Störmer

Finanzierung: IVLV e. V.
Laufzeit: 2021

Papier wird in zunehmendem Maße für die Verpackung von Lebensmitteln eingesetzt. Da es auf einem nachwachsenden Rohstoff basiert und meist rezyklierbar sowie kompostierbar ist, findet es zunehmend Verwendung als Ersatzpackmittel für konventionelle Kunststoffverpackungen. Durch die neuen und vielfältigen Anforderungen, die in diesem Zuge an die Papiere und Pappen gestellt werden, ist eine immer spezialisiertere Herstellung solcher Papiere notwendig, die auf ihr jeweiliges Einsatzgebiet zugeschnitten sind, um die hohen Anforderungen, die an sie gestellt werden, erfüllen können. Zu dieser Spezialisierung ist meist eine chemische Ausrüstung der Papiere notwendig, die sehr unterschiedlich und vielfältig sein kann.

Aufbauend auf den Arbeiten mit den Dialkylketonen sollen im Rahmen dieses Projektes vergleichende Prüfungen von Papieren und Pappen mit verschiedenen Simulantien und ausgewählten Lebensmitteln durchgeführt werden, um eine geeignete Prüfung zur realistischen Abbildung der Migration in Lebensmittel vorschlagen zu können. Zusätzlich zu den Dialkylketonen sollen weitere ggfs. in den Papieren vorhandene Substanzen untersucht werden, um die Übertragbarkeit auf andere Analyten bewerten zu können.

Die Migration der Dialkylketone soll kinetisch auf verschiedene Simulantien bei verschiedenen Temperaturen an drei Papier bzw. Kartonmustern untersucht werden. Zum Vergleich werden die Papiere/Kartons mit Lebensmitteln bei verschiedenen Zeit-und Temperaturbedingungen in Kontakt gebracht (z. B. Schokolade für Langzeitlagerung bei Raumtemperatur, Käse und Backwaren für Kurzzeitlagerungen bei Kühlung oder Raumtemperatur). Der Übergang in die Lebensmittel kann durch Rückextraktion der Papiere/Pappen und Vergleich mit der Ausgangskonzentration bestimmt werden. Reicht die Empfindlichkeit der schneller und einfacher durchführbaren indirekten Methode nicht aus, können die Lebensmittel auch direkt auf die Analyten untersucht werden, wie in Lestido-Cardama et al. 2020 beschrieben. Aus den Ergebnissen soll ein Vorschlag für eine Prüfung mit Simulantien abgeleitet werden. Zur Übertragbarkeit auf andere Analyten wird in den Papieren und Pappen nach weiteren Komponenten gescreent, die parallel untersucht werden können. Gegebenenfalls könnten zusätzliche Papiere bzw. Pappen mit anderen migrierfähigen Komponenten mit der für die Dialkylketone abgeleiteten Prüfbedingung untersucht werden.

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