Forschungstitel:
Entwicklung von „Yellow Dragon“-Extrakten und Untersuchung ihrer Hautwirksamkeit
Arbeitsgruppe: Erhalt der Lebensmittelqualität
Forschungsstelle und wissenschaftliche Betreuung:
IGF-Vorhaben: 01IF00427C
Finanzierung: BMWE
Laufzeit: 2025 – 2027
Das CORNET-Projekt „Damaged Orange“ erforscht neue Wege, von der Citrus-Greening-Krankheit befallene Orangen als nachhaltige Rohstoffe für die Kosmetikindustrie nutzbar zu machen. In enger Kooperation zwischen dem Fraunhofer-Institut für Verfahrenstechnik und Verpackung IVV und dem brasilianischen Forschungspartner ITAL (Instituto de Tecnologia de Alimentos) werden Methoden zur Identifikation und Klassifizierung des Krankheitsbefalls entwickelt, um neue Anwendungspotenziale der betroffenen Früchte zu erschließen. Auf diese Weise soll die Wertschöpfungskette der Zitrusproduktion gestärkt und die Verfügbarkeit nachhaltiger, biobasierter Inhaltsstoffe für kosmetische Formulierungen erhöht werden. Langfristig trägt das Projekt zudem dazu bei, die wirtschaftliche Situation der Zitrusbauern zu stabilisieren.
Bis zu 40 % der weltweiten Orangenproduktion sind derzeit von Citrus Greening betroffen, was zu erheblichen Ernte- und Qualitätseinbußen führt. Die betroffenen Früchte werden meist entsorgt oder mit gesunden Orangen vermischt, was die Produktqualität zusätzlich mindert. Das Projekt „Damaged Orange“ verfolgt hier einen innovativen Verwertungsansatz im Sinne der Kreislaufwirtschaft: Statt die geschädigten Früchte als Abfall zu betrachten, werden sie als Ressource für Naturkosmetika untersucht. Die durch die Krankheit ausgelösten chemischen Veränderungen, die in Lebensmitteln unerwünscht sind, können in kosmetischen Anwendungen positive Eigenschaften entfalten. So weist etwa die erhöhte Flavonoidkonzentration, die den Geschmack der Früchte beeinträchtigt, antioxidative und antimikrobielle Wirkungen auf, die für Hautpflegeprodukte besonders interessant sind.
Im Projekt werden verschiedene Zitrussorten – darunter Valencia, Hamlin und Pera – sowie unterschiedliche Schädigungsgrade physikalisch und chemisch charakterisiert. Die in Brasilien und Deutschland verarbeiteten Früchte werden auf wertgebende Inhaltsstoffe wie sekundäre Pflanzenstoffe, Proteine und Polyphenole untersucht, um deren Eignung für kosmetische Anwendungen zu bewerten.
Ziel ist es, jährlich bis zu 2,5 Millionen Tonnen betroffener Orangen aufzuwerten und das Angebot an Zitrus-Inhaltsstoffen für die Kosmetikindustrie um bis zu 300 % zu steigern. Durch die Aufwertung eines bisher ungenutzten Rohstoffstroms wird „Damaged Orange“ zeigen, wie angewandte Forschung und internationale Kooperation nachhaltige Lösungen an der Schnittstelle von Landwirtschaft, Biotechnologie und Kosmetikwissenschaft schafft.

Das hier vorgestellte IGF-Vorhaben wird im Rahmen des Programms „Industrielle Gemeinschaftsforschung (IGF)“ durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages gefördert.