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Forschungstitel:
Anwendungspotenziale von Sonderreinigungsverfahren in der Lebensmittelindustrie

Arbeitsgruppe: Hygienegerechte Produktion

Forschungsstelle und wissenschaftliche Betreuung:

  1. Fraunhofer Institut für Verfahrenstechnik und Verpackung IVV Dresden,, Max Hesse

Finanzierung: IVLV e. V.
Laufzeit: 2020

In der Lebensmittelindustrie müssen die Oberflächen der Maschinen und Anlagen regelmäßig gereinigt werden, um die hygienischen und funktionellen Vorgaben bei der Produktion erfüllen zu können. Üblicherweise kommen dabei nasschemische Schaum- und Spritzreinigungsverfahren zum Einsatz, die aber anwendungsabhängig gravierende Nachteile aufweisen können. Aerosolbildung kann beispielsweise zur Kreuzkontamination mit Mikroorganismen führen. Auch Wasserrückstände nach der Reinigung können hygienische Risiken darstellen oder nachfolgende Prozesse behindern, da die Trocknung häufig nicht in kürzester Zeit gewährleistet werden kann. In diesem Zusammenhang verspricht die Adaption innovativer Ansätze und Technologien aus der industriellen Bauteilreinigung (Automotive) großes Potenzial, um neue Impulse für die Reinigung in der Lebensmittelindustrie zu setzen. Im geplanten Vorhaben werden deshalb innovative (Funktionsflächen-) Reinigungsverfahren hinsichtlich der Anwendbarkeit in der Lebensmittelindustrie untersucht:

  1. Laserstrahlreinigung:
    Die Reinigungswirkung ergibt sich infolge der Absorption der vom Laser aufgebrachten Strahlungsenergie durch die Verschmutzung und die resultierende Umwandlung in Wärmeenergie  Thermische Zersetzung und schlagartige Verdampfung der Verschmutzung.
  2. Atmosphärendruckplasma-Reinigung:
    Das Plasma (= sehr reaktives Teilchengemisch) geht mit den Stoffen in direkter Umgebung neue Verbindungen ein  geeignet für Feinstreinigung von dünnen, festhaftenden, organischen Schichten, die in flüchtige, gasförmige Verbindungen überführt werden können.
  3. Trockeneis-/ CO2-Schneestrahlen:
    Die Reinigungswirkung beider Verfahren basiert auf einer Kombination aus mechanischen, thermischen und chemischen Effekten. Da sich das CO2 bei der Reinigung vollständig verflüchtigt, ist das Verfahren rückstandsfrei und CO2-neutral.
  4. Trockendampfreinigung:
    Trockendampf ist aufgrund der geringen Oberflächenspannung in der Lage, unter filmische Verunreinigungen zu dringen und diese abzulösen. Neben der Ressourceneffizienz und der einfachen Anwendbarkeit wirkt Trockendampf auch desinfizierend und allergenreduzierend.

All diese Verfahren eint der Vorteil, dass grundsätzlich auf den Einsatz von chemischen Reinigungszusätzen verzichtet werden kann. Ziel des Vorhabens ist die Überprüfung der Anwendungspotenziale dieser Sonderreinigungsverfahren sowie die Ableitung des F&E-Bedarfs für deren großflächigen Einsatz Lebensmittelbereich.

Aktuelle Termine zu diesem Projekt

03. / 04.11.2020