AMOR

Forschungstitel:
Amarant als Quelle für Omega-Fettsäuren und glutenfreie Körner: Markergestützte Züchtung und Sortenauswahl zur Gewinnung funktioneller gesunder Öle und Rohstoffe für die Lebensmittelverarbeitung

Arbeitsgruppe: Pflanzliche Lebensmittel

Forschungsstelle und wissenschaftliche Betreuung:

  1. Universität Hohenheim, Institut für Kulturpflanzenwissenschaften, Prof. Dr. Simone Graeff-Hönninger
  2. Karlsruher Institut für Technologie (KIT), Botanisches Institut, Prof. Dr. Peter Nick

IGF-Vorhaben: 267 EN
Finanzierung: BMWi
Laufzeit: 2020 – 2021

Amarantkörner sind glutenfrei und enthalten ein hochwertiges Öl, das aus einer ausgewogenen Mischung ungesättigter Fettsäuren besteht. Von besonderem Interesse für die Ernährungsindustrie ist die Omega-3-Fettsäure DHA, die vorwiegend von Algen und Pilzen, aber nur von wenigen Pflanzen produziert wird. DHA ist essentiell für den Menschen und muss über die Nahrung aufgenommen werden. Bislang wird Amarant in Deutschland kaum angebaut und in erster Linie aus Lateinamerika / Peru mit unterschiedlicher Qualität importiert. Die nutritiven Eigenschaften von Amarant eröffnen Perspektiven für funktionelle Lebensmittel und erfüllen die Verbraucheransprüche an gesundheitsfördernde Produkte. Von ~3000 Amarant-Akzessionen in Peru wurden bislang nur wenige agronomische Merkmale (z.B. Ertrag, Vegetationsdauer) bewertet. Informationen über ihre ernährungsphysiologischen Vorteile fehlen weitgehend.

Dieses Projekt untersucht das Potenzial von Amarant als kommerzielle Quelle für funktionelle Lebensmittel durch die Nutzung genetischer Ressourcen und die Entwicklung geeigneter Technologien zur Ölgewinnung und –stabilisierung. Teilziele sind i) Charakterisierung der genetischen Vielfalt von Amarant zur Identifizierung vielversprechender Genotypen mit hohen DHA-Gehalten und ausgezeichneten Nährstoffprofilen, ii) Entwicklung molekularer Marker für markergestützte Züchtung, iii) Anbau verschiedener Genotypen in Feldversuchen zur Bewertung der Auswirkungen von Management und Umwelt auf das Fettsäureprofil, iv) Anpassung der Ölextraktionsverfahren in Bezug auf Ausbeute, Qualität und Stabilität bei gleichzeitiger Erhöhung der Ölstabilität.

Die Identifizierung vielversprechender Amarantsorten hinsichtlich ihrer funktionellen Eigenschaften kann Lebensmittelherstellern helfen, Märkte mit Zukunftspotenzial zu erschließen. Eine optimale Verarbeitung von Amarantkörnern und -ölen kann dazu beitragen, hochwertige Öle und Rohstoffe als Grundlage für effiziente Lebensmittelproduktionsprozesse zu schaffen. Das Projekt trägt zur Förderung des Einsatzes von Amarant in verschiedenen Lebensmittelprodukten bei. Pflanzenzüchter können Züchtungsprogramme auf Sorten mit verbesserten Inhaltsstoffen ausrichten. Landwirte können gezielt hinsichtlich von der Industrie geforderter Amarantsorten beraten werden.
Artikel in den IVLV Nachrichten! 01-2020

Das hier vorgestellte IGF-Vorhaben der Forschungsvereinigung Industrievereinigung für Lebensmitteltechnologie und Verpackung e.V. (IVLV e.V.) wird über die AiF im Rahmen des Programms zur Förderung der Industriellen Gemeinschaftsforschung (IGF) vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages gefördert.

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